Heiko Hain zieht für die CSU in den Bundestag, AfD ist zweiter Platz im Wahlkreis und Jörg Nürnberger verliert Bundestagsmandat.
Es wurde gewählt und für uns in der SPD Hof ist es ein bitterer Tag wie kein anderer vorher. Noch 2021 schafften wir es zum Bundestagsmandat und Jörg Nürnberger zog für uns in den Bundestag. Doch änderte sich einiges in diesen nicht einmal vier Jahren. Stand der Dinge war, die Koalition zwischen SPD, Grüne und FDP ist zusammengebrochen. Verraten und ermordet von den Neoliberalen der fünf Prozent Partei FDP, dies sollte uns für die Zukunft eine Lehre sein.
Gewonnen hat das Direktmandat der CSU Kandidat und ehemaliger Bürgermeister von Weißdorf Haiko Hain mit 40,4 Prozent. Mit entsetzen ist zweiter der AfD Mann Oliver Koller geworden, der aber kein Mandat für sich Gewinnen konnte, mit 23,8 Prozent. Dann kommen wir Sozialdemokraten mit 17,8 Prozent. Eine positive Überraschung war der Anstieg der Linken auf 4,5 Prozent. Wir Jusos haben der Linken in Hof persönlich im Galeriehaus gratuliert.
Was ist das Fazit für die Zukunft? Objektiv ließ sich eines sagen; wir im Hofer Wahlkreis, aber auch in Hochfranken haben ein richtig dickes Problem. Mit einem Wählerpotential von 63,8 Prozent ist Hochfranken ein rechtes Pflaster. Die Leute haben bei uns in einer fast zwei Drittel Mehrheit Rechts bis Rechtsradikal gewählt. Lasst das mal einsickern. Heute steht das Büro des Landtagsabgeordneten Klaus Adelt und das Büro unseres Bundestagsabgeordneten Jörg Nürnberger leer.
Ich glaube, es wird in Zukunft auch für uns Sozen schwerer, Mehrheiten für ein Mandat oder eine Wiederwahl zusammenzubekommen. Die Linke und AfD erstarkte und viele dieser Stimmen waren mal die unsere.
Die Umfragewerte der SPD sinken gerade, weil wir uns zu sehr von unseren Koalitionspartnern Konzepte aufdrücken lassen, die zu uns gar nicht wirklich passen. Wie konnte eine fünf Prozent Partei wie die FDP uns so vor der Nase herumtanzen? Weil wir meines Erachtens nicht die Führungsstärke hatten, ihnen einen Riegel vorzuschieben. Die haben eigentlich nichts zu sagen gehabt und dennoch oft genug blockiert. Daher sollten wir nur mit Parteien Mehrheiten suchen, die uns ideologisch ähnlich sind. Das bedeutet auch, mit den Neoliberalen der FDP machen wir keine Sache mehr. Die mehr zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen als sie uns genützt haben. Man erinnere sich noch an die peinliche Ansprache des Christian Lindners zu den Bauernprotesten, in denen er versuchte, die Bauern und Arbeiter gegen die Sozialhilfeempfänger auszuspielen und kläglich gegen eine Welle von Buhrufen gescheitert ist. Das ist aber noch nicht alles. Wie wir dieses Jahr noch erleben werden, fehlt es der SPD nicht nur an Rückgrat, sondern auch an Haltung und einem Grundsatzkompass, der sie leitet und auch Grenzen gegen das Unverhandelbare setzt.